


Die Weitalpspitz ist ein 1870 Meter hoher Berg in den Ammergauer Alpen, genau an der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Sie gehört zu den eher unbekannten Gipfeln der Region – und das ist ein Glücksfall! Denn wer Ruhe, Natur und beeindruckende Ausblicke sucht, wird hier fündig. Die Wanderung ist mittelschwer, gut für sportliche Familien geeignet und eine abwechslungsreiche Rundwanderung mit grandiosem Panorama. Klingt spannend? Dann lies weiter und erfahre alles, was du für die Tour wissen musst – inklusive unserer persönlichen Tipps.


Los geht’s am Wanderparkplatz bei der Ammerwald Alm. Der ist kostenlos, aber am Wochenende auch schnell voll – kein Geheimtipp mehr, denn von hier startet man auch zur Hochplatte. Ein kleiner Trost: Etwa einen Kilometer weiter in Richtung Deutschland findest du noch einen alternativen Parkplatz, ebenfalls kostenlos.
Wenn du mit Bus und Bahn unterwegs bist, bringt dich der Bus entweder von Oberammergau oder Reutte zum Alpenhotel Ammerwald. Dort kannst du direkt loslaufen.


Vom Parkplatz wanderst du erstmal ein Stück die asphaltierte Straße entlang, Richtung Deutschland. Nach etwa einem Kilometer liegt links ein kleinerer Parkplatz – auch dort könntest du parken, falls du keine Rundwanderung machst. Ab hier beginnt die eigentliche Wanderung: Du folgst einer Forststraße und hältst dich an der nächsten Gabelung rechts. Wegweiser gibt’s hier keine, daher lohnt es sich, aufmerksam zu sein. Eine Offline-Karte über Komoot oder Outdooractive kann dir hier gute Dienste leisten – vor allem bei den Abzweigungen.
In der nächsten Rechtskurve führt ein kleiner Trampelpfad geradeaus in den Wald – dort wird’s richtig schön: schmal, leicht verwachsen, aber angenehm schattig. Nicht zu steil, aber mit Abenteuerfaktor.
Nach rund zwei Stunden erreichst du die Weitalm. Eine einfache, unbewirtete Hütte – dafür mit einem Ausblick auf die Zugspitze, der sich gewaschen hat. Der letzte Abschnitt geht über einen Latschenweg hoch zum Gipfelkreuz.


Oben angekommen erwartet dich ein kleines Kreuz inmitten der Latschenkiefern – und vor allem: Ruhe. Du hast genug Platz für eine gemütliche Brotzeit mit Panoramablick auf die Geierköpfe, die Zugspitze und die Hochplatte. Einziger Haken: Die Fliegen fühlen sich hier leider auch ziemlich wohl. Aber keine Sorge, ein paar Meter weiter findest du meist ein ruhigeres Plätzchen.



Der Rückweg führt dich direkt über den Gipfel hinweg – bergab durch Latschenfelder. An einer Stelle geht’s ziemlich nahe an den Abgrund, also lieber langsam und konzentriert weitergehen. Bald erreichst du das Weitalpjoch, wo du auf den Weg zur Hochplatte triffst. Gute Nachricht: Ab hier gibt’s wieder Schilder!
Im Sommer triffst du möglicherweise auf Kühe – bitte Hund anleinen und Abstand halten. Wenn du Glück hast, entdeckst du auch ein paar Gämsen zwischen den Felsen – es lohnt sich also, zwischendurch mal in die Landschaft zu schauen.
Der Abstieg ist stellenweise steil, führt über kleine Bäche und manchmal auch über umgestürzte Bäume. Ein bisschen Balance ist gefragt, aber alles gut machbar. Zum Ende hin wartet noch ein kleines Highlight: Du überquerst einen Bach – entweder über eine (hoffentlich intakte) Leiter oder ein paar stabile Baumstämme – und kletterst dann mithilfe eines Seils einen kurzen Hang hinauf.
Danach geht’s ganz entspannt über eine Forststraße zurück. An der nächsten Gabelung rechts – und schon bist du wieder bei der Ammerwald Alm. Zeit für eine wohlverdiente Einkehr! Weitere Infos zur Alm findest du hier.
Wir schätzen die Weitalpspitze besonders wegen ihrer Ruhe und der grandiosen Aussicht – ganz ohne Menschenmassen. Die Strecke ist abwechslungsreich, nicht überlaufen und hat genau die richtige Mischung aus Naturgenuss und ein bisschen Abenteuer. Besonders der Abstieg hat uns begeistert: Immer wieder führt der Weg an kleinen Wasserfällen vorbei – ein echtes Highlight, das die Tour auch an warmen Tagen besonders reizvoll macht. Einziger Wermutstropfen: Zecken fühlen sich hier offenbar ebenfalls wohl. Also am besten nach der Tour einmal gründlich absuchen.
